5. Konvergenzkriterien für Reihen
Der Wert einer unendlichen Reihe ∑n xn in den reellen Zahlen ist im Allgemeinen schwer zu berechnen. Bescheidener fragen wir daher zuerst, ob die Reihe überhaupt konvergiert. In diesem Kapitel etablieren wir Kriterien, mit denen sich viele unendliche Reihen auf Konvergenz oder Divergenz überprüfen lassen. Die wichtigsten sind:
(1) | Das Leibniz-Kriterium für alternierende Reihen. |
(2) | Das Majoranten- und Minorantenkriterium. |
(3) | Die Majorisierung durch eine geometrische Reihe. |
(4) | Das Wurzelkriterium und das Quotientienkriterium, die beide die Majorisierung durch eine geometrische Reihe verwenden. |
(5) | Das Verdichtungskriterium von Cauchy. |
(6) | Ein durch Abel-Summation gewonnenes Kriterium für Reihen der Form ∑n xn yn. |
Für eine Reihe ∑n xn bezeichnet im Folgenden wieder sn = ∑n ≤ k xk ihre n-te Partialsumme. Damit konvergiert ∑n xn nach Definition genau dann, wenn der Grenzwert limn sn der Partialsummen existiert. Liegen zwei Reihen ∑n xn und ∑n yn vor, so sind sn und tn unsere bevorzugten Notationen für die zugehörigen Partialsummen.
Da die Konvergenz einer Reihe nicht von endlich vielen Summanden abhängt, können wir immer ein Anfangsstück streichen oder ändern, wenn es uns nur darauf ankommt, die Konvergenz oder Divergenz nachzuweisen. Viele Kriterien werden daher in der Form „ab einem Index n0 gilt eine gute Bedingung“ formuliert. Um die Aussagen einfach zu halten, wird dies manchmal nicht explizit vermerkt (etwa im Leibniz-Kriterium für alternierende Reihen).