Abgeschlossenheitseigenschaften

Definition (punktweise arithmetische Operationen für Funktionen)

Seien f, g Funktionen auf P, und sei a  ∈  . Dann definieren wir die Funktionen f + g, f − g, f · g und a f auf P durch

(f ± g)(x) =  f (x)  ±  g(x),  (punktweise Addition und Subtraktion)
(f · g)(x) =  f (x) g(x), (punktweise Multiplikation)
(a f)(x) =  a f (x)  für alle x  ∈  P. (punktweise Skalierung)

Ist g(x) ≠ 0 für alle x  ∈  P, so definieren wir die Funktion f/g auf P durch

(f/g)(x) =  f (x)/g(x)  für alle x  ∈  P. (punktweise Division)

 Der Leser überzeugt sich mit Hilfe der Limesregeln für Folgen leicht von der Gültigkeit des folgenden Satzes:

Satz (Stetigkeit der punktweisen Operationen)

Seien f, g stetige Funktionen auf P, und sei a  ∈   . Dann sind die Funktionen f + g, f − g, f · g und a f stetig. Ist f/g definiert, so ist auch f/g stetig.

 Durch die wiederholte Anwendung der Operationen auf die konstanten Funktionen und die Identität lassen sich alle Polynome auf  erzeugen, und durch die Division zweier Polynomfunktionen entstehen die rationalen Funktionen (die an den Nullstellen des Nennerpolynoms nicht definiert sind). Damit erhalten wir:

Korollar (Stetigkeit der Polynomfunktionen und der rationalen Funktionen)

Jedes Polynom f auf  ist stetig. Sind weiter f und g Polynome auf , so ist die rationale Funktion f/g : P   stetig auf P = { x  ∈   | g(x) ≠ 0 }.

 Weiter führt auch die Verknüpfung nicht zu Unstetigkeitsstellen:

Satz (Komposition stetiger Funktionen)

Seien f : P   und g : Q   stetige Funktionen mit Q ⊇ f[ X ].

Dann ist die Komposition g ∘ f : P   stetig.

Beweis

Gilt p = limn xn in P, so gilt f (p) = limn f (xn), da f stetig in p ist. Da nun aber g stetig in f (p) ist und (f (xn))n  ∈   eine konvergente Folge in Q ist, gilt

(g ∘ f)(p)  =  g(f (p))  =  g(limn f (xn))  =  limn g(f (xn))  =  limn (g ∘ f)(xn).

 Die Frage nach der Stetigkeit der Umkehrfunktion einer stetigen injektiven Funktion diskutieren wir im nächsten Kapitel.