Konforme Matrizen und ℂ-lineare Abbildungen

 Eine wichtige (wenn auch vielleicht weniger bekannte) Matrizengruppe der linearen Algebra ist:

Die Gruppe der konformen Matrizen

Eine reelle (2 × 2)-Matrix der Form A = ((a, b); (−b, a)) mit (a, b) ≠ 0 heißt konform. In der linearen Algebra zeigt man, dass eine Matrix A genau dann konform ist, wenn sie winkeltreu und orientierungserhaltend ist, d. h. wenn

(v, w) = ∡(Av, Aw) für alle v, w ≠ 0  und  det(A) > 0.

Die Menge der konformen Matrizen ist eine Untergruppe der Gruppe GL(2, ) der invertierbaren Matrizen in 2 × 2. Nach obigen Ergebnissen ist diese Menge gleich { Ac | c  ∈  * }. Es gilt

Ac Ad  =  Ac d  für alle c, d  ∈  *.

Das Inverse einer konformen Matrix Ac ist die Matrix A1/c. Dies ergibt sich auch aus der Invertierungsformel für 2 × 2-Matrizen:

Ac−1  =  1det(Ac) abba  =  1r2 (c; i c)  =  (c−1; i c−1)  =  Ac−1.

 Die konformen Matrizen beschreiben genau die Drehstreckungen der Ebene (mit Zentrum 0). Die Menge { Ac | c  ∈   } der konformen Matrizen einschließlich der Nullmatrix erlaubt eine einfache, aber für die Funktionentheorie sehr bedeutsame rein algebraische Beschreibung:

Satz (Charakterisierung der -linearen Abbildungen)

Sei A = ((a, b); (a′, b′))  ∈  2 × 2. Dann sind äquivalent:

(a)

A : 2  2 ist -linear (als Abbildung von  nach ), d. h.

A (α z + β w)  =  α A z  +  β A w  für alle α, β, z, w  ∈  .

(b)

Es gilt a′ = − b und b′ = a, d. h. A ist konform oder die Nullmatrix.

Beweis

(a) impliziert (b):

Ist die Matrix A als Abbildung -linear, so gilt

(a′, b′)  =  A (0, 1)  =  A (i (1, 0))  =  i A(1, 0)  =  i (a, b)  =  (− b, a).

Damit gilt a′ = − b und b′ = a.

(b) impliziert (a):

Sei A = ((a, b); (−b, a)). Dann ist A = Ac mit c = (a, b), sodass A die Links-Multiplikation mit c ist. Diese Multiplikation ist aufgrund der Körperaxiome -linear, woraus die Behauptung folgt.