2.Quantoren

Zur Formulierung mathematischer Aussagen werden neben den Junktoren häufig Quantoren der Form „für alle“ und „es gibt ein“ verwendet. Einige Beispiele sind:

Es gibt ein x mit f (x) = 0. (f besitzt eine Nullstelle)

Für alle n gibt es ein p ≥ n, sodass p und p + 2 prim sind. (Existenz unendlich vieler Primzahlzwillinge)

Es gibt ein e mit x ∘ e = e ∘ x = x. (Existenz eines neutralen Elements)

Für alle x gibt es ein y mit x ∘ y = y ∘ x = e. (Existenz inverser Elemente)

Wie für die Junktoren können wir eine Tabelle angeben:

Zeichen

Bedeutung

Name

für alle …

Allquantor

es gibt (mindestens) ein …

Existenzquantor

 Die drei wichtigsten Quantorenregeln sind:

¬ ∀x A(x)

∃x ¬ A(x)

¬ ∃x A(x)

∀x ¬ A(x)

∃x ∀y A(x, y)

∀y ∃x A(x, y)

Beispiele

(1)

Sei A(x) = „Der Zwerg x hat rote Haare.“ Dann bedeuten

¬ ∀x A(x):  „Nicht jeder Zwerg hat rote Haare.“

∃x ¬ A(x):  „Es gibt einen Zwerg, der keine roten Haare hat.“

Diese Aussagen sind äquivalent.

(2)

Sei A(x, y) = „Der Lehrer x unterrichtet das Fach y.“ Dann bedeuten:

∃x ∀y A(x, y):  „Es gibt einen Lehrer, der jedes Fach unterrichtet.“

∀y ∃x A(x, y):  „Jedes Fach wird von mindestens einem Lehrer unterrichtet.“

Die erste Aussage ist für viele Schulen falsch, die zweite für die meisten Schulen richtig.