Die Kürzungsregel für Kongruenzen
Wir beginnen mit einer sehr nützlichen Regel über das Kürzen von Faktoren in Kongruenzen.
Satz (Kürzungsregel für Kongruenzen)
Seien a, b, c, m ∈ ℤ mit m ≥ 1. Dann sind äquivalent:
(a) | ca ≡ cb mod(m). |
(b) | a ≡ b mod(m/(c, m)). |
Sind c und m teilerfremd, so gilt
ca ≡ cb mod(m) genau dann, wenn a ≡ b mod(m)
Beweis
Die zweite Äquivalenz ergibt sich aus der ersten für den Spezialfall (m, c) = 1. Es genügt also, die erste Äquivalenz zu zeigen. Zur Vereinfachung der Notation setzen wir
m′ = m(c, m) und c′ = c(c, m).
(a) impliziert (b):
Es gelte ca ≡ cb (m). Wegen m | c(a − b) gilt m′ | c′ (a − b). Da die Zahlen m′ und c′ teilerfremd sind, muss m′ | (a − b) gelten. Also gilt wie gewünscht a ≡ b (m′).
(b) impliziert (a):
Es gelte a ≡ b (m′). Dann gilt m′ | (a − b), sodass m | (c, m) (a − b). Aus (c, m) | c folgt m | c (a − b) = ca − cb und damit ca ≡ cb (m).
Wir betrachten einige Beispiele.
Beispiele
(1) | Es gilt 4 ≡ 28 (3). Wegen (2, 3) = (4, 3) = 1 können wir durch 2 und 4 Kürzen. Es gilt 2 ≡ 14 (3) und 1 ≡ 7 (3). |
(2) | Es gilt 4 ≡ 8 (4). Wegen non(2 ≡ 4 (4)) ist das Kürzen durch 2 ohne Veränderung des Moduls nicht möglich. Die Kürzungsregel liefert wegen 4/(2, 4) = 2 die korrekte Aussage 2 ≡ 4 (2). |
(3) | Es gilt 4 ≡ 12 (4). Weiter ist 2 ≡ 6 (4) korrekt, aber durch die Kürzungsregel nicht abgedeckt, da (2, 4) = 2. Die Kürzungsregel liefert lediglich 2 ≡ 6 (2). |