Invertierungsregeln

 Durchgehend im Einsatz sind:

Satz (Rechenregeln für Inverse)

Sei M ein Monoid, und seien a, b  ∈  M invertierbar. Dann sind auch a−1 und a ∘ b invertierbar, und es gilt

(a)

(a−1)−1  =  a,

(b)

(a ∘ b) −1  =  b−1 ∘ a−1.

Beweis

zu (a):  Sei b = a−1. Dann gilt

a ∘ b  =  a ∘ a−1  =  e  =  a−1 ∘ a  =  b ∘ a,

sodass also a invers zu b ist. Also ist a = b−1 = (a−1)−1.

zu (b):  Wir rechnen

(a ∘ b) ∘ (b−1 ∘ a−1)  =  a ∘ b ∘ b−1 ∘ a−1  =  a ∘ e ∘ a−1  =  a ∘ a−1  =  e.

Analog ist (b−1 ∘ a−1) ∘ (a ∘ b) = e. Dies zeigt, dass das Element b−1 ∘ a−1 invers zum Element a ∘ b des Monoids ist.

 Durch Induktion erhalten wir die allgemeinere Regel

(a1 ∘ … ∘ an)−1  =  an−1 ∘ … ∘ a1−1  für alle invertierbaren a1, …, an  ∈  M.

Bemerkenswert ist die Umkehr der Reihenfolge. Der Satz ist ein schönes Beispiel dafür, wie erst der Beweis eine Aussage beleuchtet. Der Ansatz

(a ∘ b) ∘ (a−1 ∘ b−1)  =  a ∘ b ∘ a−1 ∘ b−1  =  …

bleibt stecken, da wir den rechten Term ohne weitere Voraussetzungen nicht mehr vereinfachen können. Gilt a ∘ b = b ∘ a, so ist (a ∘ b)−1 = a−1 ∘ b−1.

Beispiele

(1)

In (, ·) ist x = (x−1)−1 = 1/(1/x) für alle x ≠ 0.

(2)

Bekannt ist uns die Umkehr der Reihenfolge von der Komposition von Funktionen: Sind f : A  B, g : B  C bijektiv, so ist h = g ∘ f : A  C bijektiv, und die Umkehrabbildung von h ist f −1 ∘ g− 1 : C  A und nicht etwa g− 1 ∘ f −1, was im Allgemeinen gar nicht definiert ist. Im Fall A = B = C entspricht dies der Invertierungsregel (b) für das Transformationsmonoid AA.

(3)

Für invertierbare (n × n)-Matrizen A, B gilt (AB)−1 = B−1 A−1.